
Man weiß heute, insbesondere auch aus den Erfahrungen bei der Herstellung von synthetischen Diamanten, daß der Diamant im Erdinneren unter sehr hohen Drucken von ca. 50.000 Atü und Temperaturen von über 1000 Grad Celsius entstanden sein muß. Solche Bedingungen herrschen im Erdmantel in Tiefen von einigen hundert Kilometern in der Zone des sogenannten "Oberen Mantels".
Primäre Lagerstätten
Der Diamant wurde durch vulkanische Tätigkeit vor etwa 70 - 150 Mio. Jahren an die Erdoberfläche befördert. Das vorliegende vulkanische Gestein heißt Kimberlit und ist ein Si-armes aber Ma-Fe-reiches Gestein. Die durch die vulkanischen Eruptionen entstandenen Aufhäufungen (im Vulkankegel) wurden durch die Erosion abgetragen, so daß letztlich eine Art abgeschnittener Schornstein aus Kimberlit zurückblieb - dies nennt man eine "pipe". Wegen seiner bisweilen deutlich bläulichen Färbung heißt der Kimberlit auch "blue ground". Verwittert dieser "blue ground" in den oberen Schichten der pipe, so spricht man von "yellow ground" entsprechend der Farbtönung des Verwitterungsproduktes. Aus den oberen Schichten der "pipe" kann der Kimberlit im Tagebau oder aus größerer Tiefe über Stollenvortrieb abgebaut werden.
Sekundäre Lagerstätten
Die Erosion der vulkanischen Pipes durch Wasser, Wind, starke Temperaturschwankungen und andere Einwirkungen bewirken eine Beförderung des diamanthaltigen Gesteins durch Bäche und Flüsse zu neuen Lagerstätten. Diese neuen, zweiten Lagerstätten nennt man sekundär. Diese sekundären Lagerstätten können auch als grobkörnige Sedimente (ausgetrockneter Bach- oder Flußlauf) oder im Meeresboden auftreten wie z.B. in Namibia. Beim Transport wird das begleitende Gestein zerkleinert, während der Diamant durch seine Härte vielerlei Beanspruchungen zu widerstehen vermag. Insbesondere "geschlossene" Kristalle ohne Beschädigungen überstehen die Beanspruchungen des Transports zu den sekundären Lagerstätten. Man spricht auch von "Seifen". Oft findet man eine Anreicherung besonders großer und gut geformter Rohdiamanten. Der Anteil der Förderung, der für Schmuckdiamanten geeignet ist , ist bei den sekundären Lagerstätten merklich höher. In Südafrika kommen etwa 80% der Diamanten aus primären, 20% aus sekundären Lagerstätten - in Namibia gibt es nur sekundäre Lagerstätten. Um ein Carat Rohdiamanten aus einer primären Lagerstätte (pipe) zu gewinnen, sind durchschnittlich etwa 4 - 5 Tonnen Gestein zu fördern und zu bearbeiten (zerkleinern, sortieren, waschen). Die Ergiebigkeit ist aber von Mine zu Mine sehr stark unterschiedlich, was sowohl die Menge als auch den Wert der geförderten Diamanten betrifft. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick der Ergiebigkeit von 1 carat Rohdiamanten für einige Minen in Südafrika.
| Kimberley |
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Wesselton |
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Finsch |
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Koffiefontein |
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Premier |
.::. 3,9 Tonnen |
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.::. 5,0 Tonnen |
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.::. 1,1 Tonnen |
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.::. 10,0 Tonnen |
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.::. 3,3 Tonnen |
Literaturhinweis Zwei Bücher, die in der Fachbranche dazugehören Diamantenkunde mit kritischer Darstellung der Diamantengraduierung - Godehard Lenzen Diamanten-Fibel - Verena Pagel-Theisen
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